Archiv für: November 2008, 06
Von Steuern auf virtuelle Güter und dem Reissack in China
Wenn in China der sprichwörtliche Reissack umfällt, interessiert das hierzulande niemanden. Wenn dagegen China Steuern auf virtuelle Güter erhebt, wird die entsprechende Meldung des Wall Street Journal hierzulande wie eine Sensation aufgegriffen. 20 % Einkommenssteuer sollen gezahlt werden. Indes, eigentlich handelt es sich um einen völlig normalen Vorgang. Auch hierzulande sind Gewinne aus dem Verkauf virtueller Güter selbstverständlich zu versteuern, außerdem fällt Mehrwertsteuer an (sofern die Freibeträge überschritten sind bzw. keine Befreiung von der Mehrwertsteuerpflicht vorliegt). Durch die Neuregelung in China werden Goldfarmer aus anderen Ländern vielleicht wieder konkurrenzfähig, denn momentan wird der Markt völlig von Spielern aus dem Land der umfallenden Reissäcke dominiert. (Die aktuell spannende Diskussion über die Besteuerung virtueller Transaktionen ist eine ganz andere: es wird nämlich durchaus diskutiert, ob nicht bereits die Umsätze innerhalb von virtuellen Welten steuerpflichtig sind - dies wäre deutlich problematischer, als wenn die Besteuerung erst dann eintritt, wenn echtes Geld für die virtuelle Ware einkassiert wird.)


