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Doom und Doom II: Indizierung aufgehoben
Mit Erscheinen des Bundesanzeigers vom morgigen Tag werden die Spiele "Doom" und "Doom II - Hell on Earth" von der Liste der indizierten Medien gestrichen. In Bezug auf "Doom II" betrifft dies nur die deutsche Version. Damit entfallen die seit rund 17 Jahren bestehenden Vertriebsbeschränkungen.
Hintergrund: Ein Antrag auf Listenstreichung kann frühestens nach 10 Jahren gestellt werden. Nach 25 Jahren wird die Indizierung automatisch aufgehoben.
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6 Kommentare
Kommentar from: Bernd [Besucher]
Chillig.. aber die "Wartezeiten" sollten stark verkürzt werden. Des steht in keinem Zusammenhang zur Marktentwicklung und / oder -Geschwindigkeit
30.08.11 @ 20:24
Kommentar from: Thomas Schewe [Besucher]
Da die 25 Jahre noch nicht vorbei sind, muss sich ja jemand die Mühe gemacht haben, einen Antrag zu stellen.
Nur wer macht das nach 17 Jahren? Oder hat die Bearbeitung 7 Jahre gedauert?
Nur wer macht das nach 17 Jahren? Oder hat die Bearbeitung 7 Jahre gedauert?
30.08.11 @ 20:29
Kommentar from: Tom [Besucher]
Wenn sich einer erinnert: Doom war das Paradebeispiel weshalb Indizierung nicht funktioniert. ID-Software hat die Indizierung zum Anlass genommen damit zu werben. Nach dem Motto: "Kauft es solange die Presse noch warm ist - schon nächste Woche könnte es auf dem Index sein."
Ohne die unfreundliche Unterstützung der Jugendschützer hätte vermutlich kein Hahn nach diesem Spiel gekräht - aber so hatten wir als Kinder das erste recht auf dem Bildschirm. Man wollte schließlich sehen worum es ging.
Kurios war auch die damalige Begründung weshalb man es auf den Index setzte. Ausschlaggebend war keineswegs das sinnbefreite Schlachten von Alienhorden, wobei übernatürliche Mengen Blut und Innereien flossen, sondern ein Satz in der englischen Version. Dabei fand der Protagonist eine Kettensäge und kommentierte dies mit "Let's find some meat". Dies war dem Pietätsempfinden der Jugendschützer zu viel.
Als Jugendliche haben wir freilich scharf (so scharf es einem Jugendlichen eben möglich ist) protestiert. Primär: weil wir uns unverstanden fühlten. Wir wollten derartige Entscheidungen nicht Personen überlassen, welche zu unserer Generation keinen Bezug mehr haben.
Vor allem ID-Software ging anscheinend ums Prinzip - noch mehr als um den Profit. Damit machten sie sich mehr oder minder freiwillig zum Aushängeschild des Protests und stehen dabei sinnbildlich für die Absurdität des Vorgangs.
Um der Indizierung zu entgehen wurde in späteren Varianten dann in vorauseilendem Gehorsam wahlweise versucht: 1) Blut grün einzufärben 2) menschenähnliche Gegner durch Roboter zu ersetzen mit spritzendem Öl statt Blut 3) Szenen komplett herauszuschneiden 4) Spiele gar nicht erst auf den deutschen Markt zu bringen.
Dabei zeigte sich der Jugendschutz oft genug als unberechenbar was die Kriterien anging. Spötter witzelten, dass auch Super-Mario auf den Index gehöre, weil dabei harmlosen Schildkröten brutal Gewalt angetan werde indem man ihnen auf den Kopf springt. Kinder könnten verleitet werden dies nachzumachen.
Das Verkaufsverbot hat uns als Kids freilich nicht interessiert. Wir haben uns Software vorher nicht über offizielle Kanäle gekauft und nachher genauso wenig.
Bekommen haben wir das Zeug aus den gleichen Quellen aus denen wir auch die Pornos hatten. "Pornos" - das waren damals in der Regel noch animierte GIFs bei denen man viel Fantasie brauchte zu erraten was gerade passierte.
Deutlich schlechtere Qualität als die Farbbilder von nackten Mädchen in unserem Alter, welche man uns in den staatlichen Aufklärungsheften präsentierte. Nicht, dass wir die nötig gehabt hätten.
Wir waren jung - nicht blöde! Das kann man kombinieren, muss man aber nicht.
Im Endeffekt hatten die Eingriffe durch den Jugendschutz stets das vorhersehbare Ergebnis: die Ware wurde dann eben als amerikanische Version importiert, die Kinder besorgten sich auf den Index befindliche Produkte jetzt erst recht. Hauptsache die Politik man hat mal wieder gezeigt, dass man was tut.
Retourkutsche gefällig? Aber gern! Amerikaner monieren eine Christbaumkugel. Die Glaskugel zeigte einen Weihnachtsmann in einer Badewanne. Die Figur hatte eine Hand lässig vom Badewannenrand hängen. Die Hand befand sich unter dem Schaum. Aus anatomischen Gründen etwa in Schritthöhe. Das war nun wieder den Amerikanern zu viel. Was der wohl mit der Hand unter dem Schaum macht? Das könne man Kindern nicht zumuten. Die Christbaumkugeln durften nicht verkauft werden. Hätte der Weihnachtsmann in der verborgenen Hand eine Kettensäge gehalten, wäre alles in Ordnung gewesen.
Merke: In Amerika verkaufst du an Jugendliche virtuelle Kettensägen und in Deutschland masturbierende Weihnachtsmänner. Aber nicht umgekehrt. Deswegen kamen wir als Jugendliche uns auch ziemlich für blöd verkauft vor.
Ohne die unfreundliche Unterstützung der Jugendschützer hätte vermutlich kein Hahn nach diesem Spiel gekräht - aber so hatten wir als Kinder das erste recht auf dem Bildschirm. Man wollte schließlich sehen worum es ging.
Kurios war auch die damalige Begründung weshalb man es auf den Index setzte. Ausschlaggebend war keineswegs das sinnbefreite Schlachten von Alienhorden, wobei übernatürliche Mengen Blut und Innereien flossen, sondern ein Satz in der englischen Version. Dabei fand der Protagonist eine Kettensäge und kommentierte dies mit "Let's find some meat". Dies war dem Pietätsempfinden der Jugendschützer zu viel.
Als Jugendliche haben wir freilich scharf (so scharf es einem Jugendlichen eben möglich ist) protestiert. Primär: weil wir uns unverstanden fühlten. Wir wollten derartige Entscheidungen nicht Personen überlassen, welche zu unserer Generation keinen Bezug mehr haben.
Vor allem ID-Software ging anscheinend ums Prinzip - noch mehr als um den Profit. Damit machten sie sich mehr oder minder freiwillig zum Aushängeschild des Protests und stehen dabei sinnbildlich für die Absurdität des Vorgangs.
Um der Indizierung zu entgehen wurde in späteren Varianten dann in vorauseilendem Gehorsam wahlweise versucht: 1) Blut grün einzufärben 2) menschenähnliche Gegner durch Roboter zu ersetzen mit spritzendem Öl statt Blut 3) Szenen komplett herauszuschneiden 4) Spiele gar nicht erst auf den deutschen Markt zu bringen.
Dabei zeigte sich der Jugendschutz oft genug als unberechenbar was die Kriterien anging. Spötter witzelten, dass auch Super-Mario auf den Index gehöre, weil dabei harmlosen Schildkröten brutal Gewalt angetan werde indem man ihnen auf den Kopf springt. Kinder könnten verleitet werden dies nachzumachen.
Das Verkaufsverbot hat uns als Kids freilich nicht interessiert. Wir haben uns Software vorher nicht über offizielle Kanäle gekauft und nachher genauso wenig.
Bekommen haben wir das Zeug aus den gleichen Quellen aus denen wir auch die Pornos hatten. "Pornos" - das waren damals in der Regel noch animierte GIFs bei denen man viel Fantasie brauchte zu erraten was gerade passierte.
Deutlich schlechtere Qualität als die Farbbilder von nackten Mädchen in unserem Alter, welche man uns in den staatlichen Aufklärungsheften präsentierte. Nicht, dass wir die nötig gehabt hätten.
Wir waren jung - nicht blöde! Das kann man kombinieren, muss man aber nicht.
Im Endeffekt hatten die Eingriffe durch den Jugendschutz stets das vorhersehbare Ergebnis: die Ware wurde dann eben als amerikanische Version importiert, die Kinder besorgten sich auf den Index befindliche Produkte jetzt erst recht. Hauptsache die Politik man hat mal wieder gezeigt, dass man was tut.
Retourkutsche gefällig? Aber gern! Amerikaner monieren eine Christbaumkugel. Die Glaskugel zeigte einen Weihnachtsmann in einer Badewanne. Die Figur hatte eine Hand lässig vom Badewannenrand hängen. Die Hand befand sich unter dem Schaum. Aus anatomischen Gründen etwa in Schritthöhe. Das war nun wieder den Amerikanern zu viel. Was der wohl mit der Hand unter dem Schaum macht? Das könne man Kindern nicht zumuten. Die Christbaumkugeln durften nicht verkauft werden. Hätte der Weihnachtsmann in der verborgenen Hand eine Kettensäge gehalten, wäre alles in Ordnung gewesen.
Merke: In Amerika verkaufst du an Jugendliche virtuelle Kettensägen und in Deutschland masturbierende Weihnachtsmänner. Aber nicht umgekehrt. Deswegen kamen wir als Jugendliche uns auch ziemlich für blöd verkauft vor.
30.08.11 @ 20:56
Kommentar from: KnoxonK [Besucher] · http://www.xonk.de
Da fragt man sich welche Kriterien, die zu der Indizierung geführt haben, inzwischen nicht mehr gegeben sind...und natürlich warum eine Indizierung nach 25 Jahren automatisch aufgehoben wird.
Als ob Jugendschutz nach 25 Jahren verfallen würde.
Irgendwie scheinheilig.
Als ob Jugendschutz nach 25 Jahren verfallen würde.
Irgendwie scheinheilig.
31.08.11 @ 01:31
Kommentar from: DB [Besucher] · http://www.schlescht.de
Frage mich, welchen Sinn das hat. Diese Spiele kauft und spielt doch eh keiner mehr. Außerdem haben sich diese Spiele ja doch gerade wegen ihrer Indizierung besser verbreitet, als sie es je ohne Indizierung hätten tun können ;)
31.08.11 @ 04:25
Kommentar from: admin [Mitglied]
@Tom: Grund für die Indizierung damals war durchaus die Brutalität der Spiele, nicht der Satz "Let's find some meat".
31.08.11 @ 09:26
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