Kategorie: Online-Games
Kartellverfahren gegen Apple - Konsequenzen für Facebook?
In einem c't-Artikel habe ich die aktuellen Vorwürfe des Kartellverstoßes durch Apple und etwaige Konsequenzen für Facebook analyisiert. Der Beitrag geht allgemein um Apps - und gilt damit auch für Games für iPhone, iPad und Facebook.
Rechtsfragen von Social Games
"Social Games: The Re-Appearance of the Gatekeeper" war der Vortrag, den ich vorgestern zusammen mit dem holländischen Anwalt Olivier Oosterbaan auf der GDC Canada gehalten habe. Die Tageszeitung Vanouver Sun war davon offenbar so schockiert, dass sie einen Bericht dazu geschrieben hat.
Der eigentliche Schwerpunkt unseres Vortrags wurde dabei freilich übergangen: Er lag auf der enormen Abhängigkeit der Spieleanbieter von Facebook. Wegen den sich quasi in Echtzeit ändernden Rahmenbedingungen, weil Facebook sowohl die Plattform als auch die diversen Policys ständig und meist unangekündigt ändert. Weil die Nutzerdaten grds. bei Facebook liegen und der Spielebetreiber sie nicht dauerhaft nutzen darf (wenn er sie nicht selbst erhebt). Und auf den daraus folgenden kartell- und datenschutzrechtlichen Fragen (Facebook verlangt von den Spieleanbietern, dass sie datenschutzbestimmungen vorhalten). Diese sind, zugegeben, etwas komplexer als die in dem Artikel angesprochenen Themen.
Marktmachtmissbrauch, die zweite
Das passt ja: Während ich einen Vortrag zum Thema "Rechtsfragen von Social Games" auf der GDC Canada halte, bei dem ein Schwerpunkt ein möglicher Marktmachtmissbrauch von Facebook ist, liefert Techcrunch die passende Meldung dazu. Zynga und Facebook sollen im Streit liegen, weil Facebook seine Muskeln ein bisschen zu sehr spielen lässt: Facebook-Credits als einziges Zahlungsmittel? Das erinnert verflixt an ein (inzwischen eingestelltes) Verfahren des Bundeskartellamts gegen eBay wegen einer PayPal-Pflicht. Drohungen, Zynga von der Plattform zu werfen, wenn Zynga nicht brav ist? Das riecht nach § 20 GWB und Art. 102 TFEU...
Marken in AdWords: legal, illegal...? (UPDATE inside)
Ob die Verwendung von fremden Marken als Keyword bei Google AdWords und sonstigem Keyword-Advertising zulässig ist, beschäftigt die Gerichte seit einiger Zeit. Der Gerichtshof der Europäischen Union hält die Verwendung (nur) dann für unzulässig, wenn für den Benutzer nicht eindeutig erkennbar ist, von welchem Unternehmen die Anzeige stammt. Das zu entscheiden sei aber Sache der nationalen Gerichte. Die Unsicherheit wird also noch eine Weile andauern... Im Zweifel ist bei der Verwendung von fremden Marken nach wie vor Vorsicht geboten.
Update 4. Mai 2010: Wir haben kürzlich für einen Mandanten eine einstweilige Verfügung erwirkt, durch die einem Wettbewerber verboten wurde, die Marke unseres Mandanten in AdWords zu verwenden. Nach wie vor besteht die Möglichkeit, bei Google eine Markensperre einrichten zu lassen, um die Verwendung der eigenen Marke zu unterbinden. Gerichtsverfahren sind also vor allem dann notwendig, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist, weil die Markensperre vergessen wurde (oder nicht für alle Vertipper eingerichtet war) oder von dem Werbetreibenden umgangen worden ist.
Änderungen beim Jugendschutz
Momentan wird eine Änderung des für Online-Spiele relevanten Jugendmedienschutz-Staatsvertrages diskutiert. Der aktuelle Arbeitsentwurf (Stand 7.12.2009) ist jetzt auch offiziell verfügbar. Eine etwas übersichtlichere Darstellung der alten und aktuell als neu diskutierten Fassung bietet unsere Synopse. Stellungnahmen verschiedener Verbände - u.a. des Publisherverbandes BIU und des Entwicklerverbandes G.A.M.E. sowie der USK - gibt es hier.
Bei der Anhörung in der letzten Woche wurde der Entwurf sehr kontrovers diskutiert. Einige Gedanken zum Thema in Kürze hier.
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